Biografie Gerlinde Kaltenbrunner

Geb.: 13.12.1970

Wohnhaft: Oberösterreich (A)

Beruf: Profibergsteigerin

Das Interesse von Gerlinde Kaltenbrunner für das Bergsteigen wurde schon in jungen Jahren geboren und gepflegt. Den markanten Einstieg in die Welt der Berge bewirkte der Leiter der Jugendgruppe ihrer oberösterreichischen Heimatgemeinde Spital am Pyhrn – der Gemeindepfarrer Dr. Erich Tischler. Er nahm Gerlinde nach der sonntäglichen Messe auf zahlreiche Bergtouren mit – zunächst auf die heimischen Berge rund um die Heimatgemeinde. Im Alter von 13 Jahren, während ihrer Ausbildung in der Schihauptschule Windischgarsten, unternahm sie ihre erste leichte Klettertour am heimischen „Sturzhahn“, die auch ihre Kletterbegeisterung weckte. In den kommenden Jahren ließ Gerlinde keine Gelegenheit zum Bergsteigen aus. Ski-, Eis- und Klettertouren entwickelten sich zu ihrem Hauptinteresse, das sie neben ihrer beruflichen Ausbildung zur Krankenschwester in Wien mit ganzer Leidenschaft auslebte.

Ihr größter Traum – einen Achttausender zu besteigen – ging im Alter von 23 Jahren mit der Besteigung des Broad Peak Vorgipfels (8027 m) in Pakistan in Erfüllung.

Seither ließ sie der Gedanke an die hohen und höchsten der Berge nicht mehr los. In den folgenden Jahren steckte sie das Gehalt, das sie als Krankenschwester verdiente, in verschiedene Expeditionen ins Himalajagebiet und Karakorum. Nach der Besteigung des Nanga Parbat im Jahr 2003, als ihrem fünften Berg über achttausend Meter, verschrieb sie sich voll und ganz dem Profibergsteigen.

Heute vermerkt Gerlinde Kaltenbrunner alle vierzehn bestiegene Achttausender Hauptgipfel. Mit der Besteigung des K2, des mit 8611 Metern zweithöchsten Berges der Erde, ist sie die erste Frau, die sämtliche Achttausendergipfel ohne Zuhilfenahme von zusätzlichem Sauerstoff erreicht hat

Ihre Leidenschaft gilt jedoch nicht allein den hohen Bergen. Auch von den Menschen und deren fremder Religion und Kultur lässt sie sich bewegen und verzaubern.

Expeditions-Steckbrief

2014 März/April | Monte Sarmiento, Feuerland (Chile) – wetterbedingter Abbruch

2013 Mai | McKinley (Denali) – Alaska (6194 m)

2012 Mai | Nuptse – Nepal (7861 m, Nordpfeiler)

2011 August | K2 – China (8611 m, Nordpfeiler)

2010 Juli/August | K2 – Pakistan (über Cesen-Route bis auf 8300 m)

2010 April/Mai | Everest – Tibet (8848 m)

2009 Juli/August | K2 – Pakistan (über Cesen-Route bis auf 8300 m)

2009 Mai | Lhotse – Nepal (8516 m)

2008 Mai | Dhaulagiri I – Nepal (8167 m)

2007 Juli/August | K2 – Pakistan (über Cesen-Route bis auf 8100 m)

2007 Juli/August | Broad Peak – Pakistan (8047 m)

2007 April/Mai | Dhaulagiri I – Nepal (Umkehr auf 7400 m)

2006 Mai | Lhotse –  Nepal (Umkehr auf 8400 m)

2006 April/Mai | Kangchendzönga – Nepal (8586 m, Südwestflanke)

2005 Juni/Juli | Gasherbrum II – Pakistan (8035 m, Südwest-Sporn)

2005 Mai/Juni | Everest – Tibet (Abbruch wg. Krankenbergung)

2005 Mai | Shisha Pangma – Tibet (8013 m, Südwand)

2004 Juli | Gasherbrum I – Pakistan (8068 m, Japaner-Couloir)

2004 Mai – Annapurna I – Nepal (8091 m, Franzosen-Route)

2004 April | Xifeng Peak – Tibet (7221 m)

2003 Juni | Nanga Parbat – Pakistan (8125 m, Diamir-Flanke)

2003 April/Mai | Kangchendzönga – Nepal (bis 7200 m, Nord-Flanke)

2002 April/Mai | Manaslu – Nepal (8163 m)

2001 April/Mai | Makalu – Nepal (8463 m)

2000 April/Mai | Shisha Pangma – Tibet (Central Gipfel, 8008 m)

1999 Juni | Alpamayo – Peru (5947 m, Ferrari-Route)

1998 April/Mai | Cho Oyu – Tibet (8201 m)

1997 Oktober | Ama Dablam – Nepal (6858 m Südwestgrat)

1995 Mai | Muztagh Ata – China (bis 6600 m)

1994 Juni/Juli | Broad Peak – Pakistan (Vorgipfel 8027 m)

Ende August 2010 übergab die King Albert I Memorial Foundation im Segantini-Museum in St. Moritz an Gerlinde Kaltenbrunner den goldenen King Albert Mountain Award. (www.king-albert.ch). 2011 erhielt sie das Goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich. Die National Geographic Society verlieh Gerlinde Kaltenbrunner den „Explorer of the Year 2012“ Award (www.nationalgeographic.com).