Denali Expedition | Abschlussmeldung | 01.06.2013

Unterwegs auf der West-Rib / Teil II

Nach glücklichen Tagen in Alaska sind wir wieder zurück in der badischen Heimat. Mit viel Glück und Beistand konnten wir den Aufstieg über die West-Rib gut zu Ende bringen.

Bis 23.30 Uhr durften wir die Sonne an unserem Zelt genießen, das wir auf dem sogenannten „Balcony“ – einer eindrücklichen Aussichtskanzel – auf 16.800 Fuss aufgestellt hatten. Die Nacht war beinahe windstill bevor es morgens beim Zusammenpacken stark zu winden anfing. 

Die Sicht wurde schlechter und als wir den Aufstieg fortsetzten begann es leicht zu schneien. Einige Male zog es völlig zu, riss aber auch immer wieder auf. Einmal warteten wir eine halbe Stunde um uns zu orientieren – und zogen schon die Möglichkeit eines Abstiegs in Erwägung. Mit Glück und gutem Gespür aber fanden wir die weitere Aufstiegsroute und im entscheidenden Moment am Ausstieg der 60° steilen Gipfelrinne gab es einge Wolkenlücken. Wir konnten am Gipfelplateau – dem sogenannten Football Field (19.700 Fuss) – die Aufstiegsspur der West-Buttress-Route erkennen. Über diese waren wir ja schon vor einigen Tagen zum Gipfel aufgestiegen. Wegen des Sturms und der sehr eingeschränkten Sicht verzichteten wir auf die letzten knapp 200 Höhenmeter und begannen zügig mit dem Abstieg. Auf 5000 m verzogen sich die Wolken allmählich und während des weiteren Abstiegs über die West-Buttress wurden wir mit unbeschreiblich eindrucksvollen Ausblicken auf Mt. Foraker und Mt. Hunter beschenkt. Um 20:00 erreichten wir gesund und voller Freude das 14.000er-Lager.

     

Rückblickend war es mit viel Glück genau die richtige Entscheidung nicht in die Cassin-Ridge einzusteigen: am zweiten Tag des Aufstiegs wären wir in genau das schlechte Wetter geraten, das uns im oberen Teil der West-Rib begleitet hat, das uns an der Cassin nicht mehr hätte vorwärts kommen lassen.

Am darauf folgenden Morgen haben wir gemütlich zusammengepackt, unsere beiden Schlitten und die Rucksäcke wieder beladen und sind die restlichen 2000 Höhenmeter verteilt auf 20 Kilometer des Normalwegs abgestiegen. Wie oft uns die Schlitten in die Fersen gesaust sind oder uns seitlich überholt haben bleibt nur unvollständig in Erinnerung 😉 – der im Basislager deponierte Wein im Tetra-Pack war bald aufgetaut und schmeckte nach drei Wochen wunderbar.

Zurück in Talkeetna wurden wir noch zu einer kleinen Feier von Tom und Lisa von Talkeetna Air Taxi in deren kleinem Häuschen in der Wildnis eingeladen.

Nach lang gehegtem inneren Wunsch durfte ich nun endlich einmal in der gigantischen, wunderschönen Alaska Range, am Denali, unterwegs sein. Bestimmt werde ich irgendwann dorthin zurückkehren….

Euch allen wünsche ich sonnige, erholsame Sommertage.

Ganz herzliche Grüße

Eure

Gerlinde und Ralf

 


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Denali Expedition | Kurzmeldung | 22.05.2013

 

Unterwegs auf der West-Rib

Die letzte Woche verbrachten Gerlinde und Ralf im 14.000 Fuß Lager mit Warten auf Wetterbesserung, wie das beim Expeditionsbergsteigen so ist….

Für Pfingstmontag dann bestätigte Karl Gabl für knappe 3 ½  Tage brauchbares, wenn auch noch immer sehr kaltes Wetter. „Derzeit ist es am Denali 26 Grad ºC kälter als auf 8000 m im Himalaja“, gibt er als Pointe des Wetterberichts weiter.

Die beiden sind zunächst vom 14.000 Fuß Lager am Normalweg über eine Verbindung zur West-Rib-Route auf 4900 m aufgestiegen, um von dort zum Einstieg des Japaner-Couloir wieder abzusteigen. Dort verbrachten sie wiederum eine Nacht um am Dienstag in das Couloir und damit in den Anfang der Cassin-Ridge-Route einzusteigen. Vorgefunden haben sie betonhartes, kleinsplittriges Eis, was nur ein sehr mühsames, zeitaufwendiges  Vorankommen gestattete. Da das prognostizierte Wetterfenster leider nur bis Mittwoch ein Unterwegs-Sein am Berg erlaubt, haben sich Gerlinde und Ralf zum Abbruch der Cassin-Ridge entschieden – zu langsam kamen sie bei den aktuellen Verhältnissen voran, um in der gegebenen Zeit durch die Route zu kommen und die notwendige Gut-Wetter-Reserve auch für den Abstieg zu haben.

Zum Abschluss und weil eh schon vor Ort starteten die Zwei, gleich am Dienstag noch nach der Entscheidung, in die West-Rib-Route. Westlich von der Cassin-Ridge zieht sich diese Linie mit kombiniertem Gelände bis zum sogenannten „football field“, unterhalb des Gipfels auf dem Normalweg. Eine schöne Alternative! Am Abend nach 2000 Höhenmetern konnten sie nach einem anstrengenden Klettertag mit viel Blankeis, einen Biwakplatz auf ca. 5000 m mit wunderschöner Aussicht auf die Alaska-Range einrichten… schauen der sternenklaren Nacht nahe des Vollmonds entgegen und planen den letzten Teil und anschließend den Abstieg für Mittwoch. 

Mit herzlichen Grüßen

Das Team um Gerlinde & Ralf


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Denali Expedition | Kurzmeldung | 12.05.2013

 

Akklimatisation abgeschlossen
 

Am 12.05.2013 konnten Gerlinde und Ralf den Gipfel des Denali auf dem Normalweg erreichen und haben damit die Akklimatisation, für das eigentliche Ziel, die Cassin Ridge, abgeschlossen.

Aufgrund erheblicher Neuschneemengen konnten Gerlinde und Ralf leider nicht am Mooses Tooth unterwegs sein. Auch in Alaska zieht sich der Winter in diesem Jahr noch hin und es ist recht unbeständig. Diese Umstände haben Gerlinde und Ralf dann veranlasst, das Basislager am Mooses Tooth zusammenzupacken und per Flug ins Denali Basislager zu wechseln.

Die letzte Woche haben die beiden die Lager auf dem Normalweg des Denali zur Akklimatisation genutzt und sind dann am Sonntag zum Gipfel aufgestiegen. Dr. Karl Gabl hatte den 12.05., entgegen dem amerikanischen Wetterbericht, als einen optimalen Gipfeltag eingeschätzt und so waren sie alleine, zwar recht kalt, jedoch ohne eine Wolke am Himmel unterwegs. Ein perfekter Tag!

Die nächsten Tagen ist das Wetter nochmals recht schlecht angekündigt und so werden Gerlinde und Ralf noch weitere Nächte im 14.000 Fuß Lager verbringen, bevor sie dann zum Basislager der Cassin Ridge an die Südseite wechseln. Für nächste Woche soll das Wetter  frühlingshafter und damit auch wärmer werden.

Einen herzlichen Gruß,
das Team um Gerlinde & Ralf 


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-25-

Liebe Freunde,

am 26. April starten wir zu unserer nächsten Unternehmung nach Alaska. Über Anchorage geht es nach Talkeetna und von dort per Flug weiter ins 2100 m hoch gelegene Basislager. Vorab jedoch planen wir uns am Mooses Tooth (Elchzahn), in zwei Eistouren „einzupickeln“ und ein wenig vorzuakklimatisieren. Mitte Mai wollen wir zum Denali wechseln, um uns dort zunächst auf der Westrib bis auf ca. 5000 Höhenmeter optimal für unser geplantes Ziel weiter zu akklimatisieren.

Im Alpinstil, nur mit leichtem Biwakmaterial, wollen wir anschließend versuchen den Gipfel über die sogenannte Cassin-Ridge zu erreichen. Kombinierte Eis- und Felskletterei erwarten uns über den zentralen Pfeiler der knapp dreitausend Meter hohen Südwand zum West-Gipfel, dem Kahiltna Horn (6136 m).

Einen „Newsletter“, wie bisher von unseren Expeditionen gewohnt, wird es dieses Mal leider nicht geben können. Aufgrund der extremen Kälte am Berg und der dadurch erschwerten Stromgewinnung, werden wir keine technische Ausrüstung zum Datentransfer mit vor Ort am Berg haben. Soweit es uns möglich ist, versuchen wir mit kurzen Nachrichten an Kathrin und Nicola über den aktuellen Stand zu informieren.

Für heute mit herzlichen Grüßen

Gerlinde Kaltenbrunner

 

„Was sind wir doch für sonderbare Menschen,
musste ich denken,
die wir zur Zeit, wo der Frühling ins Land zieht,
noch hinaufgehen in die Berge und den Winter suchen.
Sind wir nicht wie die Kinder oder Narren,
die immer gerade das wünschen,
was am schwersten zu erreichen ist?
Aber ist es denn wirklich Narretei,
sich im Winter nach dem Sommer zu sehnen
und im Sommer nach dem Winter.
Es beweist doch die Liebe zu beiden!“
 
Paul Preuß

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Denali | Mount McKinley  6194 m
 
 
Der Mount McKinley in Alaska ist mit 6194 Metern Höhe der höchste Berg Nordamerikas und gehört damit zu den Seven Summits, den jeweils höchsten Gipfeln der  sieben Kontinente. Er wurde nach dem 25. US-Präsidenten William McKinley benannt. Ein alternativ, vor allem unter Bergsteigern verwendeter Name des Berges ist Denali, ein Wort aus dem Athapaskischen, das „der Große“ oder „der Hohe“ bedeutet. Denali ist der offizielle Name des Berges in Alaska. Der Denali bildet den höchsten Gipfel der nahezu 1000 Kilometer langen Alaska Range  und liegt im nach ihm benannten Denali-Nationalpark. Der Berg gilt als einer der klimatisch extremsten der Erde und wird durch schlechtes Wetter, starke Winde und besonders tiefe Temperaturen charakterisiert. Häufig erreichen orkanartige Stürme mit Windgeschwindigkeiten über 120 km/h den Berg, die sich über den Aleuten gebildet haben und durch pazifische Hochdruckgebiete nach Alaska gelenkt worden sind. In den Wintermonaten senkt sich der etwa 160 km/h schnelle Jetstream über dem Berg ab. In Kombination mit der Höhe des Berges entsteht ein Venturi-Effekt, der die Windgeschwindigkeiten verdoppeln kann.
 
Erstbesteigung vor 100 Jahren
Die erste dokumentierte Bezugnahme auf den Mount McKinley findet sich in den Aufzeichnungen des britischen Entdeckers George Vancouver aus dem Jahr 1794. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die ersten Besteigungsversuche unternommen. Als Erste erreichten der amerikanisch-britische Forscher Hudson Stuck und die Briten Henry Peter Karstens, Walter Harper und Robert Tatum am 7. Juni 1913 den Gipfel.
 
Die Cassin-Ridge
wurde im Jahre 1961 von einer italienischen Expedition unter Leitung von Ricardo Cassin erstbegangen. Nach zwei Wochen im Expeditionsstil erreichten Alippi, Airoldi, Canali, Perogo, Zucchi und Cassin am 19. Juli den Gipfel.

 


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