Kurzmeldung am 3. August 2010

Liebe Freunde,

in positiver Anspannung und mit einem guten Gefühl sind Gerlinde und Ralf heute Morgen für einen 2. Gipfelversuch gestartet.

Drückt bitte alle fest die Daumen! Wenn alles glatt läuft, könnte Freitag, 6. August ein möglicher Gipfeltag werden.

Herzliche Grüße vom Daheim-Team!


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3. Newsletter K2 Expedition 2010

K2 Basislager, 29.07.2010

Liebe Freunde,

wie oft hatten wir schon vom K2 geschrieben: “Es hat nicht sollen sein”. Ja, auch diesmal, bei unserem ersten Gipfelversuch in diesem Jahr, können wir leider nichts anderes berichten.

Voller Zuversicht und Überzeugung waren wir am 24. Juli um 4.00 Uhr früh gemeinsam mit Frederik, seinem Teamkollegen Trey, Fabrizzio und 3 polnischen Bergsteigern vom Basislager aufgebrochen. Durch den zuvor gefallenen Schnee hatten wir reichlich zu spuren, der starke Wind tat sein Übriges, wir kamen aber ohne Probleme an unserem Biwakplatz auf 6300m an.


Nach einer sehr stürmischen Nacht setzten wir tags darauf erst um 7.15 Uhr unseren Aufstieg bis 7100m fort. Noch wussten wir nicht, dass der Sturm den Bergsteigern am Abruzzengrat in Lager II alle Zelte zerstört hatte und sie wieder ins Basislager absteigen mussten.

Bei uns an der Cesen-Route hatte der Wind ganze Arbeit geleistet, der Schnee war komplett verblasen, sodass wir bis 7100m gute Verhältnisse vorfanden. Zwar blieb uns jegliche Sicht verwehrt und es war sehr kalt, aber wir kamen gut voran und waren voller Hoffnung, dass sich das Wetter bessern würde.

An unserem Biwakplatz vom Akklimatisationsaufstieg angekommen, fixierten wir bei Sturm und Schneefall sofort das Zelt und versuchten, unsere nassen Daunenanzüge, Handschuhe, Fotozeug,… zu trocknen. Wir waren beide sehr gespannt, was uns am nächsten Tag erwarten würde.


Ich stellte mir die Route genau vor, kannte ich sie doch sehr gut, jedoch sah diesmal wieder alles anders aus. Der Wind hatte zum Glück in den Morgenstunden nachgelassen, sodass wir energiegeladen und sehr optimistisch  weiterstiegen. Ralf und ich waren voraus und leisteten uns meinetwegen einen “ Verhauer”. Ich war überzeugt, dass wir uns auf ca. 7400m weiter links halten müssten, Ralf tendierte nach rechts. Und Ralf sollte Recht behalten. Wir verloren dadurch eine knappe Stunde, in der uns die Anderen eingeholt hatten.


Die Route zeigte sich dieses Mal völlig anders: wenig Eis, viel brüchiger Fels und ab ca. 7500m immer wieder große Triebschneeansammlungen, die uns ein schnelles Vorwärtskommen unmöglich machten.  Der Tag selbst war einmalig, wunderschön und wie von Charly angekündigt, windarm. Im Licht der tiefstehenden Sonne leuchteten die umliegenden und auch fernen Gipfel in einem schier unwirklichen rot. Diese Momente – voller Mystik, Energie, Lebendigkeit – erfüllen mein Dasein unendlich.

Sehr spät erreichten wir knapp unterhalb der Schulter unseren vorgesehenen Biwakplatz. Notdürftig errichteten wir eine kleine Plattform für unser Zelt.

Beide auf dem einzigen engen Liegeplatz sitzend, diskutierten wir, ob wir für den Gipfelversuch heute Nacht, genügend Regeneration hätten. Um Mitternacht erübrigte sich diese Frage dann ohnehin, als der Wind wieder stark zulegte…

Durch die ungemütliche Rastposition und eisigen Zehen starteten wir sehr früh unseren Kocher, bevor wir uns um 8.30 Uhr an den Abstieg machten.


Zum 5. Mal war ich nun an der Schulter oder oberhalb, dennoch verspürte ich kaum Enttäuschung, nach der mich Ralf fragte. So ist es eben, Vergangenes ist vergangen, gedanklich war ich schon wieder mit den Vorbereitungen für den nächsten Versuch beschäftigt.

Am Einstieg wartete unser Küchenhelfer “Serbas” mit Marillensaft (aus getrockneten Aprikosen zubereitet). Er sagte nur zu uns: “Inshallah next time”, Hauptsache gut zurück”. Ja er hatte Recht. Im Abstieg waren wir mit häufigem Steinschlag und unterhalb von 6500m mit sehr viel Schmelzwasser konfrontiert, sodass wir sehr erleichtert waren, um 17.00 Uhr zwar müde aber gut im Basislager angekommen zu sein.

Um 19.00 Uhr lagen wir in unseren Schlafsäcken und erwachten am nächsten Morgen erst um 9.00 Uhr!! Drei Expeditionen vom Abruzzengrat packten heute früh ihr Basislager zusammen und verabschiedeten sich.

Wir werden uns jetzt einige Tage ausrasten und hoffen, dass wir noch eine zweite gute Chance bekommen – und diese dann auch nützen werden können.

An euch alle ein ganz herzliches Dankeschön für`s Daumen halten. Bevor es noch einmal losgeht melden wir uns wieder bei euch!

Inzwischen viele lieben Grüße aus dem im Moment völlig eingetrübten Basislager senden euch

Gerlinde und Ralf


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Kurznewsletter K2 Expedition 2010 vom 27/07/2010

Dienstag, 27. Juli 2010

Heute Morgen um 04:00 Uhr erreichte uns folgende Nachricht von Gerlinde & Ralf aus Pakistan. Gestern sind sie im Triebschnee nur sehr langsam vorangekommen und konnten Ihren Biwakplatz als Ausgangslager für die letzte Etappe erst sehr spät erreichen. Die zu kurze Erholungszeit und in der Nacht aufkommender Wind ließen einen heutigen Gipfelversuch nicht zu. Beide befinden sich bereits im Abstieg zurück ins Basislager.

Das Team um Gerlinde und Ralf

Update um 18.30 Uhr: Gerlinde und Ralf sind wohlbehalten zurück im Basislager


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Kurznewsletter K2 Expedition vom 23/07/2010

Kurznewsletter aus dem K2 Basislager:

Um 15:30 Uhr ging die große Lawine durch das Einstiegscouloir der Cesen-Route ab – perfekt; besser geht’s nicht. Morgen wollen wir nun unseren ersten Gipfelversuch starten.

Die letzten drei Tage hatte es reichlich geschneit – alles zusammengenommen sicher 30- 40 cm Neuschnee hier im Basislager. Schon hatten wir geglaubt, dass wir das von Charly Gabl angekündigte Schönwetterfenster am 27. Juli sausen lassen müssten, da es zu gefährlich wäre durch die oben genannte Einstiegsrinne zu steigen. Und dann vor 2 Stunden der erlösende Lawinenabgang – just in time.

Seit unserer endgültigen Entscheidung macht sich eine sehr positive Anspannung breit. Wir freuen uns, dass es endlich los geht:

Morgen früh um 3:30 Uhr werden wir aufbrechen und versuchen die ersten Schneehänge vor Sonnenaufgang hinaufzuspuren. Um 9:00 Uhr sollten wir dann schon in Lager II sein können. Und wenn alles weiter gut geht würden wir gerne am 26. nachmittags auf der Schulter des K2 ankommen – hoffentlich bereit für den Gipfelaufstieg am 27. Juli.

Sobald wir zurück sind werden wir uns wieder bei Euch melden.  Bitte drückt uns fest die Daumen!

Für heute ganz liebe Grüße,

Gerlinde und Ralf


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