TV Hinweis für Freitag, 24. August 2012

 

Liebe Freunde, 

wir möchten Euch gerne über die Wiederholung der Servus TV Dokumentation "Grenzgang in Fels und Eis" 
aus der Reihe "Bergwelten" informieren. 

Teil 1: Grenzgang in Fels und Eis
Sendetermine: 24. August 20:15 | Wh. 25. August 00:15 Uhr

Teil 2: Angekommen
Sendetermine: 24. August 21:15 | Wh. 25. August 14:00 Uhr


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Verleihung des National Geographic Award "Explorer of the Year" 2012

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Liebe Freunde, 

wir freuen uns, Euch mitteilen zu dürfen, dass am gestrigen Abend des 14. Juni 2012 die National Geographic Society den "Explorer of the Year"-Award 2012 an Gerlinde verliehen hat! 

Die Preisverleihung fand im Rahmen des zweitägigen Forschungssymposiums der National Geographic Society in Washington statt. 

Dieser großartige Award ist eine ganz besondere Ehrung für Gerlinde und für sie eine der schönsten und höchsten Auszeichnungen die sie sich vorstellen kann. 

Der "Explorer of the Year"-Award wurde 2011 als Auszeichnung für vielversprechende Forscher und Stipfendiaten der National Geograhpic Society ins Leben gerufen. Die ersten Preisträger im letzten Jahr waren Kenny Broad und Was Skiles für die Erforschung der Blue Holes auf den Bahamas. 

Im Zuge des Symposiums wurde zudem dem Schweizer Ozeanographen Jacques Piccard posthum die Hubbard Medal verliehen. Benannt nach ihrem ersten Präsidenten, Gardiner Greene Hubbard, ist sie die höchste Auszeichnung der National Geographic Society. Jacques Piccard gelang es 1960 als erstem Menschen auf den Grund des Marianengrabens  zu tauchen.

      

Die offizielle Pressemeldung finden Sie hier


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Nuptse Ostgrat Expedition 2012 – Gipfel!! via Nordpfeiler

Sonntag, 20 Mai 2012

Das Team         Nuptse 7861 m

Liebe Freunde,

in den letzten Tagen hat sich für uns viel ereignet.

Eine sehr spannende, anstrengende, wunderschöne Zeit liegt hinter uns. Am 17. Mai um 13.00 Uhr standen David und ich am Gipfel des Nuptse. Ein lange gehegter Wunsch ist in Erfüllung gegangen.

Aber alles der Reihe nach.

Tagelang warteten wir im Basislager auf wind – und schneearme Tage, die wir für einen zweiten Versuch, den Nuptse zu besteigen, nützen wollten.

Endlich war es soweit. Am 14. Mai stiegen David und ich nach Lager II auf und von dort am darauffolgenden Tag weiter zum Pfeilerfuß. Der 16. Mai sollte unser Gipfeltag werden. Mit Ralf standen wir zweimal täglich in Kontakt, der uns kurzfristig empfahl, doch lieber auf den 17. Mai zu warten. Dieser Tag sähe windärmer und insgesamt stabiler aus. So warteten wir am 16. Mai am Wandfuß die ersten Sonnenstrahlen ab, packten unsere Rucksäcke und stiegen in die Nordpfeiler Route ein. Wir  hatten umdisponiert und entschieden uns für ein weiteres Biwak auf ca.7250 m.

Der Pfeiler im unteren Teil ist sehr ausgesetzt und mit viel Blankeis durchzogen. Hochkonzentriert kletterten wir am laufenden Seil Meter für Meter höher. Ca. alle 20 Meter setzten wir eine Eisschraube und kamen dadurch sicher und stetig voran.

 

Am oberen Ende des Eispfeilers steilt sich die Route über 20 Meter noch einmal ziemlich auf; dann hatten wir gut ein Drittel geschafft und beschlossen, bei einsetzendem Schneefall und kaum Sicht einen Biwakplatz einzurichten. Ohne viele Worte waren David und ich uns einig. Wir gruben, hackten und arbeiteten, bis unser kleines Zelt wieder an einsamer, ausgesetzter Stelle dastand wie auf einem Adlerhorst.

Nach dem stundenlangen, steilen, anspruchsvollem Aufstieg, fühlten wir die Müdigkeit. Die schweren Rucksäcke, das ständige gegenseitige sichern, hohe Konzentration, das alles machte sich bemerkbar. Trotzdem lief alles wie am Schnürchen. Einer holte Eis, während der andere im Zeltinneren alles herrichtete.

Wir achteten darauf, dass jeder ausreichend Flüssigkeit zu sich nahm und versuchten, uns für den nächsten Tag zu erholen.

Nur mit wenigen Menschen läuft alles so stimmig und unkompliziert wie mit David. Ohne viele Worte wechseln zu müssen, weiß jeder von uns, was er zu tun hat und wo die Prioritäten liegen.

Abends bestätigte Ralf noch einmal den Wetterbericht, der für uns besonders wichtig war. Bei einsetzendem Schneefall würde es für uns sehr kritisch werden.

Um 2.00 Uhr früh läutete Davids Wecker. Heute früh hatte ich Glück – er war dran mit Schnee schmelzen. So durfte ich noch eine halbe Stunde länger in meinem Schlafsack dösen. Das gesamte Zeltinnere hatte sich in eine Eishöhle verwandelt. Sobald einer von uns irgendwo am Zelt anstreifte, rieselte das Eis. Wir kennen diese Situation, und trotzdem ist es jedes Mal eine Herausforderung, auch solche Momente gelassen  hinzunehmen. .

Kurz vor den ersten Sonnenstrahlen, um 6.15 Uhr, brachen wir bei eisigen Temperaturen auf. Wieder am laufenden Seil versuchten wir die bestmögliche Linie durch Fels, Schnee und Eis nach oben zu finden.

Mittlerweile erschwerte uns die anstrengende Spurarbeit ein rasches Vorwärtskommen. Regelmäßig wechselten wir uns dabei ab. „Mein Mantra“ schlich sich wieder in meinen Kopf. „Ich habe Kraft, Energie, Erfolg, ich bin gesund und dankbar“.  Bis oben hin begleitete es mich.

   

Der Tiefblick während des gesamten Aufstiegs war schlichtweg atemberaubend. Wir konnten schon von unserem Biwakplatz aus das Basislager, das gesamte Western Cwm, Lager II, Lager III in der Lhotse Flanke und sogar die tibetische Hochebene  sehen!!!

       

Die beiden markanten Eistürme in Gipfelnähe rückten langsam näher. David zweifelte ein wenig, ob dort oben tatsächlich der Gipfel wäre. 20 Meter unterhalb wechselten wir noch einmal den Vorstieg.

An Davids Freudenschrei konnte ich erkennen, dass er tatsächlich am Gipfel angekommen war. Ich kletterte hinterher, bereits bei den letzten Metern hin zum höchsten Punkt, war wieder alles geballt da. Riesengroße Freude, Dankbarkeit und Glück durchströmten mich.

     

16 Jahre nachdem Ralf mit Axel Schlönvogt über die „Scott Route“ den Gipfel erreichte, durften nun auch David und ich bei fast Windstille!!! und einzigartigen Ausblick hier oben stehen. Insgesamt hat der Nuptse Hauptgipfel nur sehr wenige Besteigungen, während sich am Everest jedes Jahr mehrfach lange Menschenketten bis zum Südsattel schlängeln.

Von hier oben ist die Perspektive wunderschön, völlig anders als die von Mt. Everest und Lhotse, obwohl diese drei Berge unmittelbar beisammen stehen.

Nun mussten wir gemeinsam vor allem wieder gesund hinunter kommen. Noch einmal war höchste Konzentration erforderlich. Kein auch nur noch so kleiner Fehler durfte uns passieren. Wie oft waren wir bereits in solch einer Situation, kannten diese Momente. Umso wichtiger war es, aufzupassen. Durch die Routine läuft man Gefahr, nachlässig zu werden. Genau das wollten wir vermeiden.

Müde und völlig ausgekühlt kamen wir an unserem Biwakplatz an. Wir beschlossen, die Nacht noch einmal dort zu verbringen um am nächsten Morgen das letzte Drittel des Pfeilers gut und sicher zu bewältigen. Früh morgens ersehnten wir die Sonne wie selten zuvor. Eine eisige Nacht lag hinter uns. Kaum 2 Stunden später wurde die Hitze beinahe unerträglich. Diese Kontraste erlebe ich nirgendwo anders so intensiv… in allen Belangen.

Abkletternd und zum Teil abseilend kamen wir der Randkluft des Peilerfusses näher. Bald hatten wir es geschafft.

Überglücklich erreichten wir um die Mittagszeit Lager II.

Ralf erwartete uns dort bereits. Insgeheim hatte ich gehofft und gebetet, ihn dort anzutreffen. Er kam vom Südsattel (7.950 m) zurück. Eigentlich wollte er an diesem Tag den Gipfel des Mt. Everest ohne Flaschensauerstoff versuchen. Er hatte am Vortag seine gesamte Ausrüstung ohne fremde Hilfe zum Südsattel hinaufgetragen. Am Morgen spürte er, dass er seinem Körper zu viel zumuten würde, er nicht gesund genug war, um diesen Aufstieg zu wagen. Ich machte mir während unserer Besteigung am Nuptse immer wieder  Gedanken, ob er wohl seine Erkältung tatsächlich komplett auskuriert hatte. Ich hoffte und vertraute darauf, dass Ralf die für ihn richtige Entscheidung treffen würde, wie er dies schon oft getan hatte.

Nun waren wir wieder zusammen. Ralf hat mir versprochen, den Everest nicht mehr zu versuchen, worüber ich unheimlich erleichtert bin. Um ohne Hilfe von Hochträgern und ohne Flaschensauerstoff in diese Höhen zu steigen und vor allem wieder gut und gesund nach unten zu kommen, muss wirklich alles hundertprozentig stimmen.

Gestern Abend saßen David, Ralf und ich sehr müde aber erfüllt von unbeschreiblich eindrucksvollen, intensiven Tagen, in unserem Basislager. Bei einem Teller Kartoffeln erzählten wir uns gegenseitig und freuten uns. Das Leben ist so schön!!!

An dieser Stelle möchte ich mich von Herzen für euer Interesse und fürs Daumen drücken bedanken!!!

Ein großes Dankeschön an meine Sponsorpartner die mich auch nach der Besteigung aller 14 Achttausender unterstützen und weiterhin mit mir zusammenarbeiten!!!

DANKE an Stefan Dech und sein Team des Deutschen Luft und Raumfahrtzentrums.

Vielen Dank an Kathrin und Nicola, die zu Hause nach dem Rechten sehen und uns den Rücken – nicht nur während der Expeditionen – freihalten.

Nie zu vergessen die mühevolle Arbeit unseres Koches Sitaram, der uns seit Jahren begleitet und uns bestens bekocht.

Vielen Dank an meine Freundin Billi Bierling für die englische Übersetzung.

Euch Allen wünsche ich einen wunderschönen Sommer, bleibt gesund und wagt, eure Träume so gut es geht zu leben.

Einen ganz herzlichen Gruß aus dem Basislager!

Eure Gerlinde

PS: Einen aktuellen, sehr spannenden Bericht von Ralf findet ihr auf www.ralf-dujmovits.de


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Nuptse Ostgrat Expedition 2012 – 4. Bericht

Montag, 7. Mai 2012

Das Team         Nuptse 7861 m


Liebe Freunde,

am frühen Morgen des 4. Mai fällt es mir nicht leicht, bei eisigen Temperaturen  aus dem einigermaßen warmen Schlafsack zu schlüpfen. Die Blase drückt, und der Kocher soll gestartet werden. David und ich möchten ja heute zum Einstieg des Nuptse Nordpfeiler aufsteigen.

Noch bietet der Daunenanzug Schutz vor der Kälte, in wenigen Stunden sollte er uns jedoch ziemlich zu schaffen machen. Zuerst stiegen wir den flachen Korridor bis fast zur Lhotse Flanke auf, danach bogen wir rechts ab unter die Nuptse Nordwand. Auf einer waagrechten Terrasse unter hängenden Eisseracs versuchten wir mit unseren schweren Rucksäcken bei mittlerweile großer Hitze so schnell als möglich durch zu kommen. Kurz vor Beginn des Pfeilers stiegen wir eine etwas steilere, spaltenreiche Schneerinne auf, bis wir im Schutze eines Felsausläufers des Nordpfeilers auf 6900 m eine kleine Plattform für unser Minizelt aus dem Eis hackten.

        

Von hier aus hatten wir eine ideale Ausgangsposition für die kommende Nacht.
Der Abend zeigte sich wie so oft von seiner allerschönsten Seite. Dieser erreichte mit dem Aufgang des Vollmondes direkt östlich des Lhotse seinen Höhepunkt.

Zuversichtlich und sehr zufrieden lagen wir bereits um 19.00 Uhr in unseren Schlafsäcken. Mit dem Rücken an die Felswand gedrückt, schlief ich bald ein. Schnell und tief schlafen!!! Denn um Mitternacht surrte bereits schon wieder der Kocher fürs „Frühstück“. Hunger und Durst verspürte ich keinen, aber das kenne ich um diese Zeit. Wir brauchten Energie für den bevorstehenden Aufstieg. Der Blick nach draußen versprach jedoch nichts Gutes. Um 3.00 Uhr früh standen wir angezogen in voller Montur vorm Zelt. Es schneite ganz leise, ruhig und beständig dahin. Das durfte doch nicht war sein. Es dauerte auch gar nicht lange bis „Spindrifts“ die steile Nuptse Nordwand herunter sausten. Nun war klar, nicht hinauf, sondern so rasch als möglich abwärts. Würden wir hier länger zuwarten, würden wir in einer Mausefalle sitzen. Zu Beginn konnten wir noch wage unsere Spur des Vortages erkennen, aber schon bald mussten wir bei kaum 5 Meter Sicht, das GPS zu Hilfe nehmen, um überhaupt wieder ins Lager II zu finden. Sherpas, die beabsichtigten, in der Lhotse Flanke aufzusteigen, standen plötzlich vor uns und hofften, unseren Spuren folgen zu können. Sie hatten sich im dichten Nebel verlaufen.
David und ich deponierten unsere gesamte Ausrüstung im Lager II und stiegen, wieder so rasch als möglich, durch den Eisbruch ab ins Basislager.

Dankbar über die gesunde Rückkehr und hungrig, saßen wir um 8.00 Uhr mit Ralf beim Frühstück.

Mittlerweile geht es ihm Gott sei Dank wieder besser, dennoch wird er uns bei einem zweiten Versuch ebenfalls nicht begleiten sondern eher versuchen zur besseren Akklimatisation den Südsattel am Everest auf knapp 8000 m zu erreichen.

Im heurigen Jahr ist alles ein wenig verdreht. Wir werden sehen, wie sich das Wetter entwickelt.

Für heute viele liebe Grüße und schöne sonnige Tage wünsche ich euch.

Herzlichst,
Gerlinde

weitere Informationen finden Sie auf Ralf’s Seite: www.ralf-dujmovits.de


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