Spendenaufruf für Erstversorgung der Flutopfer und den Wiederaufbau im Norden Pakistans

Liebe Expeditionsfreunde, liebe Freunde Pakistans,

die ungewöhnlich großen Regenmengen des Monsuns dieses Sommers haben in Pakistan zu einem ungeahnten Ausmaß der katastrophalen Lage geführt.

Während im Süden des Landes weite Flächen unter Wasser standen bzw. immer noch stehen, haben in den steilen Bergtälern im Norden Pakistans – angrenzend an das Karakorum-Gebirge, den Nanga Parbat oder auch das Hunza-Tal – große Murenabgänge tausende von Häuser oder teilweise halbe Dörfer weggerissen. Viele Straßen sind unpassierbar, insgesamt wurden 182 Brücken weggerissen, 12 davon alleine entlang des Karakorum Highways. Es sind die schwersten Zerstörungen in der Geschichte der Region Gilgit-Baltistan.

Bei unserer Rückkehr aus dem Karakorum haben wir traurige Momente miterlebt: Menschen, die in den erstarrten Schlammassen mit einfachstem Gerät nach ihren Angehörigen oder ihren wenigen Habseligkeiten suchen. Bauern, die vor völlig versandeten Feldern stehen und damit die kurz bevor stehende Ernte komplett abschreiben müssen. Mit dem Ernteausfall sehen wir für den kommenden Herbst und vor allem für den Winter große Probleme auf die Bevölkerung zukommen.

Dienen sollen diese Zeilen nur einem Ziel: wir – das Team von AMICAL alpin, Ralf Dujmovits und ich – wollen zu dringend notwendigen Spenden für Nordpakistan aufrufen.

Auf 2 Projekte möchten wir Sie dabei besonders hinweisen:

– die Felix Iñurrategi Stiftung mit Sitz im Baskenland bzw. in Machulu / Hushe-Valley und

– ein Projekt von Ashraf Aman (1977 1.Pakistani auf dem K2) in der Diamir-Region / Nanga Parbat, die auch schon beim Erdbeben 2005 stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Bei beiden Projekten sind wir mit den Verantwortlichen seit vielen Jahren in sehr freundschaftlichem Kontakt und garantieren, dass Ihr Geld zu 100% bei den Einheimischen ankommen wird.

Kurze Vorstellung beider Projekte:

– die Felix Iñurrategi Stiftung Baltistan / www. felix-baltistan.org wurde vor 10 Jahren von einigen Baskischen Bergsteigern in Erinnerung an Felix Iñurrategi gegründet. Was mit einer Bergsteigerschule begann ist inzwischen eine große Stiftung, die sich um die dörfliche Entwicklung im gesamten Hushe-Valley kümmert und die Infrastruktur vor Ort in den letzten Jahren mit zahlreichen sozialen, pädagogischen und landwirtschaftlichen Projekten deutlich verbessert hat. Bei unserer Rückkehr vom K2 ins Hushe-Valley Mitte August wurden im Rahmen einer Soforthilfe gerade 2 Tonnen Lebensmittel an die Bevölkerung von Talis ausgegeben, denen Teile ihres Dorfs von einer großen Mure weggerissen wurde.

– das Projekt von Ashraf Aman, dem Inhaber und Gründer unserer Agentur in Pakistan, wurde in Zusammenarbeit mit der Mountain Women Development Organization erstmals aktiv nach dem verheerenden Erdbeben 2005. Schon damals wurden viele Familien im Diamir District / Nanga Parbat mit einer Erstversorgung ausgerüstet: Grundnahrungsmittel, Gas, Kocher und Kochgerät sowie diverses Zubehör und für jede Familie eine große Plane von 4 x 3 Metern als erstem Wetterschutz. Bei der diesjährigen Aktion sollen nach und nach auch provisorische Unterkünfte  zur Verfügung gestellt werden bzw. wurden schon zur Verfügung gestellt. Begonnen wurde im Dorf Bondarass / Diamir, zahlreiche weitere teilweise verschüttete Dörfer sollen je nach Spendenaufkommen folgen.

Hier beide Bank-Verbindungen:

für das Projekt von Ashraf Aman in Zusammenarbeit mit der Mountain Women Development Organisation
Empfänger: Ashraf Aman
Bank: The Royal Bank of Scotland Limited,Karachi, Pakistan
Swift Code: ABNAPKKA
Konto-Nr. 31.04.28.475
Bank Adresse: 15, F-7 Markaz Islamabad, Pakistan
Verwendungszweck: SUPPORT FOR FLOOD VICTIMS / AMICAL alpin

für die Felix Iñurrategi Stiftung Baltistan:
Empfänger: Félix Baltistan Fundazioa
Bank: Banco BBK ( Bilbao Bizkaia Kutxa)
Swift Code / (BIC): BASKES2BXXX
Konto-Nr. / IBAN: ES39 2095 0100 0191 0352 2251
Verwendungszweck: SUPPORT FOR FLOOD VICTIMS / AMICAL alpin

DANKESCHÖN IM VORAUS FÜR IHRE UNTERSTÜTZUNG!

Das Team von Gerlinde Kaltenbrunner und AMICAL alpin


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Kurzmeldung vom 16.08.2010

Gerlinde und Ralf sind am Wochenende wohlbehalten zu Hause im Schwarzwald angekommen!

Herzliche Grüße,

das Büro-Team


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Kurzmeldung vom 12.08.2010

12.08.2010

Gerlinde und Ralf sind auf dem Heimweg

Seit dem Aufbruch aus dem K2 Basislager in Richtung Zivilisation sind inzwischen mehrere Tage vergangen. Die schlimmen Überflutungen in Pakistan haben Strassen weggerissen, Wege unpassierbar gemacht. Gerlinde und Ralf haben aber mittlerweile Skardu erreicht und von dort aus hoffen die beiden, sobald wie möglich nach Islamabad und dann die Heimreise nach Deutschland antreten zu können.


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Information zum Unfallgeschehnis am K2 – Fredrik Ericsson aus Schweden tödlich verunglückt

6. August 2010

Nachtrag 19:15 Uhr MEZ

Ralf hat sich telefonisch vom Wandfuß gemeldet: Gerlinde konnte um 22:00 Uhr pakistanischer Zeit nach dem Abstieg in der Cesen-Route den Wandfuß erreichen. Beide werden nun zusammen ins Basislager zurückkehren.

Information zum Unfallgeschehnis am K2 // Fredrik Ericsson aus Schweden tödlich verunglückt

Nach Rücksprache mit dem Vater unseres Freunds Fredrik und nach Funkgesprächen mit Gerlinde möchte ich wie folgt über den Unfall während des Gipfelaufstiegs zum K2 berichten:

Heute Nacht um 01:30 Uhr waren Fredrik, sein Freund Trey und Gerlinde gemeinsam von Lager IV auf der Schulter des K2 losgestiegen. Da das Wetter seit ca. 23:00 Uhr schlecht war, blieben die anderen 6 Bergsteiger in ihren Zelten zurück. Starker Wind und schlechte Sicht waren die Gründe für die Entscheidung. Nachdem uns Charly Gabl aus Innsbruck am Vorabend für die zweite Nachthälfte aufklarendes Wetter bestätigt hatte, blieben die drei Aufsteigenden bei Ihrem Entschluß. Um 07:00 Uhr meldete sich Gerlinde vom Beginn des sogenannten Flaschenhals („Bottleneck“): nur noch sie und Fredrik seien im Aufstieg bei weiterhin wenig Sicht und kaltem Wind. Trey sei umgekehrt.

Eine Stunde später um ca. 08:10 Uhr meldet sich Gerlinde mit Entsetzen: Fredrik sei an ihr vorbei gestürzt und sie steige sofort ab um nach ihm zu schauen. Kurze Zeit später meldet sie sich wieder, dass sie nur einen der beiden Ski, die Fredrik mit sich trug, gefunden hätte. Wahrscheinlich sei Fredrik in Richtung der großen Flanke orographisch rechts des Aufstiegs von Lager III zur Schulter gestürzt. Bei der eingechränkten Sicht sei nichts genaueres zu erkennen gewesen. Später bei weiteren Funkgesprächen berichtete Gerlinde, dass Fredrik beim unangeseilten Vorsteigen im tiefen Schnee an einer Felsinsel seitlich des Flaschenhals zur Standplatzbereitung einen Haken schlagen wollte und dabei wahrscheinlich weggerutscht sei und sich nicht mehr abfangen konnte.

Gerlinde stieg in Folge bei immer noch schlechter Sicht sehr langsam ab – etwa gegen 9:00 Uhr traf sie die inzwischen von der Schulter aufgestiegenen Darek Zaluski und Fabrizio Zangrilli. Ihnen beide an dieser Stelle meinen verbindlichsten Dank, dass sie bei sehr schwierigen Verhältnissen Gerlinde entgegen gestiegen waren. Wenige Zeit später waren alle drei zurück in Lager IV auf der Schulter.

Inzwischen war der Russe Yura Ermachek von der Schulter in Richtung Lager III abgestiegen und konnte die knapp 800 m hohe Flanke seitlich der Aufstiegsroute einsehen. Und tatsächlich konnte er ca. 400 m schräg horizontal aufwärts von Lager III (7200 m) den reglosen Körper von Fredrik und wahrscheinlich seinen Rucksack erkennen. Der sehr erfahrene Yura stieg noch weiter ab und überzeugte sich, dass eine Querung der riesigen Flanke hin zu Fredrik mit extremen Risiken wie Schneebrettgefahr und Eisschlag verbunden wären. Beim Gespräch mit Fredrik’s Vater um ca. 16:00 Uhr Ortszeit meinte dieser keine weiteren Gefahren oder Risiken für andere in Kauf zu nehmen und Fredrik an dieser Stelle mit Blick zu Fredrik’s Lieblingsbergen, der Chogolisa und zum Laila-Peak, zu lassen.

Gerlinde hat sich vor wenigen Minuten (ca. 18:15 Uhr) von Lager II gemeldet. Steinschlag, ein Seilriss und Standplatzausbrüche hätten den Abstieg sehr erschwert. Sie werde nun warten, bis die abendliche Kälte den Steinschlag beendet und dann weiter ins Basislager absteigen.

Wir alle müssen Abschied von einem unglaublich liebenswürdigen Menschen nehmen. Fredrik Ericsson war hier im Basislager wahrscheinlich der leistungsstärkste Bergsteiger und bei uns allen äußerst beliebt. Wie kein anderer hat er jederzeit freundliche, gute Laune verbreitet, war immer optimistisch und hat uns mit seiner Leidenschaft für’s Bergsteigen und das Steilwandskifahren angesteckt und begeistert. Lieber Fredrik, Du warst ein feiner Mensch und wirst uns allen in großartiger Erinnerung bleiben. Unser aller Mitgefühl ist mit Deinen Eltern und Deinen Angehörigen und Freunden,

Ralf Dujmovits aus dem K2-Basislager


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