Kurzmeldung am 23.08.2011 – Gipfel erreicht!

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23.08.201

++ 6. und für heute letztes Update 22:30 Uhr Ortszeit – Biwakplatz erreicht  

Gerlinde hat sich per Funkspruch bei Ralf gemeldet: Alle Vier sind wieder zurück am Biwak Platz von letzter Nacht. Maxut, Vassiliy und Darek konnten sich noch nicht entscheiden, ob sie die Nacht im Biwak verbringen, oder noch weiter absteigen zum Lager IV. Gerlinde hat sich bereits für den Abstieg entschieden und ist auf dem Weg zurück zu Lager IV.

Wir halten weiter die Daumen für einen sicheren Abstieg

Das Daheim Team von Gerlinde und Ralf

 

++  5. Update 20:30 Uhr Ortszeit – Abstieg!

 Ralf meldet über Satelliten Telefon, dass er die Vier mit den Stirnlampen bereits am Ende der Rampe am oberen Teil des Japaner-Couloir ausmachen kann.

 

++ 4. Update – Alle Vier am Gipfel!

Auch Maxut, Vassiliy und Darek konnten den Gipfel des K2 erreichen. Alle Vier standen sie gemeinsam auf dem Gipfel und befinden sich nun im Abstieg.

Gerlinde ist überglücklich und sagt es sei ein Geschenk, dass sie GEMEINSAM bei diesen schwierigen Verhältnissen im Aufstieg und bei diesem fantastischen Wetter auf dem Gipfel stehen durften.

Per Funkspruch hat Gerlinde an Ralf weitergegeben, dass sie sich bei ALLEN bedanken möchte welche mitgefiebert, die Daumen gedrückt und an sie und das Team gedacht haben. Sie dankt für die große mentale Unterstützung welche sie deutlich spüren konnte und von der sie zum Gipfel getragen wurde.  

Trotz des großartigen Erfolges ist uns allen bewusst, dass das Team noch den langen und schwierigen Abstieg bewältigen muss, für den wir ihnen viel Glück und Kraft wünschen.

Herzlichst

Das Team von Gerlinde und Ralf

 

++ 3. Update  GIPFEL ERREICHT!!!

Um 18:18 Uhr Ortszeit hat Gerlinde den Gipfel des K2 erreicht. Maxut und Vassiliy haben nicht mehr weit und auch Darek kommt hinterher.

 

++ 2. UPDATE  – 16:15 Ortszeit

Um kurz nach 15:00 Uhr konnte ich zuletzt mit Gerlinde funken. Am Ende einer Phase des Aufstieges, wo auch auf der Rampe, die aus dem Japaner Couloir schräg hinauf zum Gipfelgrat führt nicht viel voranging.

Tiefer Schnee macht das Vorankommen fast unmöglich. An einer Stelle konnten wir von hier unten aus dem Basislager beobachten, wie die Vier in drei verschiedenen Richtungen ansetzten zu spuren, jeweils jedoch wieder wegen tiefem Schnee neu ansetzen mussten.

Es ist jetzt 16:00 Uhr und die beiden Führenden, von hier aus kann ich nicht sagen wer Voraus spurt, kommen wieder deutlich besser voran und haben fast das Ende der Rampe erreicht, und damit endlich, endlich den Gipfelgrat. Vielleicht sollte ich sagen Gipfelrücken. Ein eher breiter Rücken, an dem lt. den Aufnahmen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt eine Mulde ansetzt, die dann zum letzten Gipfelaufschwung führt.

Die Zeit ist vorangeschritten, das Wetter immer noch wolkenlos und soweit ich es hier von hier unten beobachten weitestgehend windstill.

Drücken wir weiter fest die Daumen! Für die zahlreichen guten Wünsche und die vielen geistigen Mitstreiter möchten ich mich vor allem im Namen von Gerlinde bedanken, dass gibt Kraft und große Unterstützung, die immer noch notwendig ist.

Vielen Dank & Grüße aus dem Basislager
Ralf Dujmovits

Funkspruch Ortszeit 16:35 Uhr
Gerlinde ist am Ende des Japaner-Couloirs am Beginn des Gipfelgrates zusammen mit Vassiliy angekommen. Maxut und Darek kommen hinterher.

 

++ 1. UPDATE – 11:15 Uhr Ortszeit

Gerade hat sich Gerlinde über Funk aus einer Höhe von ca. 8400 m gemeldet. Alle vier leiden sehr stark unter der Kälte. Es ist aber abzusehen, dass die Sonne das Team bis in ca. einer dreiviertel Stunde erreichen wird.

Sie kommen dann auch zum schräg aufsteigenden Couloir das zum Gipfelgrat hinaufzieht, wo wir davon ausgehen, dass die Schneeverhältnisse deutlich besser sind. Insofern sind  momentan alle noch sehr  zuversichtlich. Gerlinde sprach davon, dass sie sich den Umständen entsprechend gut fühlt.

Wir drücken alle fest die Daumen!

Ralf Dujmovits sowie
Das Daheim-Team

 

Kurzmeldung am 23. 08. 2011 – Aufbruch Richtung Gipfel

Eine eisige, sternenklare Nacht auf knapp 8300 m liegt hinter Gerlinde, Vassiliy, Maxut und Darek. In der Enge ihres Biwaks hatten sie sich zunächst für einen Aufbruch um 01:00 Uhr vorbereitet. Um 01:30 waren sie letztlich gestartet – hatten aber schon bald mit der Kälte zu kämpfen: Obwohl die Steilheit oberhalb des Biwakplatzes “nur” 45° beträgt, steht man doch die meiste Zeit auf dem Vorderfuß – was die Durchblutung einschränkt und bei Temperaturen um -25° zu eisigen Füssen führt. Am 8. Tag nach Aufbruch vom Basislager sind die Innenschuhe auch der besten Expeditionsstiefel einfach nicht mehr ganz trocken zu bekommen. Zudem sind nach zweieinhalb Monaten anstrengendem Unterwegs-Seins die Fettreserven inzwischen auch so weit aufgezehrt, dass man die Kälte am ganzen Körper spürt. Die vier entschieden sich zum kleinen Biwakzelt auf 8300 m zurück zu kehren und sich aufzuwärmen. Was auch ganz gut gelang. Um 07:30 Uhr sind sie erneut losgestiegen. Und kommen seither gut voran.

Der heutige Tag begann wieder wolkenlos und laut Charly Gabl in Innsbruck soll dies heute auch weitestgehend so bleiben. Auch der Wind scheint erträglich zu sein – gestern abend beim Schneeschmelzen im Biwak hatten die vier sogar Windstille. Auch der Mittwoch soll nochmals gutes Wetter bringen, so dass eine gewisse Reserve – vor allem auch hinsichtlich des Abstiegs – besteht.

Sobald es Neuigkeiten gibt, werde ich mich wieder melden,

Ralf Dujmovits

 

 


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Kurzmeldung 22.08.2011 – Fixier- und “Ruhe”-tag + UPDATE 20:30 Uhr Ortszeit

 

 

22.08.201

Gestern Abend haben unsere vier Freunde eine schwierige Entscheidung getroffen: sie wollen den heutigen Tag als Fixier- und Ruhetag nutzen. Sie haben danach eine kalte Nacht auf knapp über 8000 m verbracht und sind heute morgen um 6:30 Uhr gestartet. Um die Route zu erkunden und um Fixseile in der Traverse ins Japaner-Couloir und dieses weiter hinauf anzubringen.
Gerlinde’s Funkspruch zufolge haben die Vier tiefen Pulverschnee angetroffen, teilweise mit einem Deckel (d.h. einer dicken Kruste, die beim Drauf-Steigen einbricht). Das Vorankommen war entsprechend langsam. Während ich diese Zeilen schreibe haben sie ca. 150 – 180 Höhenmeter geschafft.

Das Wetter ist heute – wie auch gestern – perfekt. Es könnte besser kaum sein: keine Wolke am Himmel und kaum Wind.
Im angehängten Bilder erkennt man im eingeklingten Auschntt Maxut, Vassiliy und Gerlinde im Aufstieg zwischen den Seracs im rechten Teil des Couloirs. Darek is verdeckt – er ist etwa 50 m zurück.

Wenn alles nach Plan läuft und die Vier würden morgen sehr früh erneut starten können, würden sie natürlich eine schon getretene Spur und einige heute angebrachte Fixseile antreffen. Damit könnte Ihr Aufstieg bis zum heute höchsten erreichten Punkt deutlich schneller sein. Hoffentlich sind auf der linken Seite der breiten Steilrinne die Schnee-Verhältnisse etwas besser: die Sonne scheint dort länger hin und es müsste auch weniger windverfrachteter Schnee dort liegen.

Drücken wir Ihnen weiterhin fleissig die Daumen- es wäre so schön wenn sie es wohlbehalten schaffen könnten.

Ralf Dujmovits

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UPDATE 20:30 Uhr Ortszeit

Gerlinde, Maxut, Vassiliy und Darek haben nach einem langen und anstrengendem Aufstieg und zum Teil tiefer Spurarbeit, am späten Nachmittag, bei besser werdenden Schneeverhältnissen entschieden, am höchsten erreichten Punkt (ca. 8300 m) diese Nacht zu biwakieren. Sie haben einen idealen Biwakplatz beim letzten Serac im Japaner-Couloir im Aufstieg Richtung Gipfel gefunden. Dort haben sie sich eine Plattform für ihr kleines Biwakzelt gegraben und sitzen jetzt bei den letzten Sonnenstrahlen im Zelt. Zum Abendessen gibt es Tomatensuppe und  Tee.  

Heute Nacht möchten sie um 12:00 Uhr Ortszeit starten und hoffen die letzten 300 Höhenmeter, trotz sicher nochmals zu erwartender anstrengender Spurarbeit, schaffen zu können.

Das Team im Basislager und das

Daheim Team von Gerlinde & Ralf drücken fest die Daumen


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Kurzmeldung vom 21.08.2011 – Lager IV erreicht

 

21.08.201

Lager IV erreicht!

Gerlinde, Maxut, Vassiliy und Darek konnten heute um 15:30 Uhr Lager IV auf ca. 8000 m erreichen. Den ganzen Tag über war perfektes Wetter, jedoch musste auch heute anstrengend gespurt werden. Die Ausrüstung ist soweit trocken und auch die Wettervorhersage passt für Morgen – das Team ist sehr zuversichtlich.

 

Die Daumen dürfen weiter fest gedrückt bleiben! Vielen Dank!

Einen herzlichen Gruß,

das Daheim-Team um Gerlinde Kaltenbrunner und Ralf Dujmovits

Update 19:30 Uhr Ortszeit

Die Vier haben am frühen Abend entschieden, morgen zunächst die Traverse vom Lagerplatz zum Japaner-Couloir zu versichern und die Schneeverhältnisse im Couloir bei Tageslicht zu begutachten, da zu erwarten ist, dass relativ viel Triebschnee ins Couloir geblasen wurde. Somit ist morgen ein „Ruhetag“ vorgesehen und der Gipfelversuch auf Dienstag verschoben. Das Wetter ist der Vorhersage nach auch für Dienstag weiterhin gut.  


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7. Bericht – Int. North Pillar Expedition 2011

 

20.08.201

 

Um 12:00 Uhr unserer Zeit konnte ich über Funk mit Gerlinde sprechen: “Bei immer noch sehr starkem Wind sind sie, Vassiliy, Maxut und Darek im Aufstieg nach Lager III. Bei sehr viel Neu- und windverfrachtetem Schnee waren sie auf ca. 2/3 der sehr steilen Strecke direkt auf der Pfeilerkante nach Lager III. Allen ginge es gut nur würde ihnen der Wind ordentlich zusetzen. Nach der anstrengenden Biwaknacht vorgestern zu viert im Mini-Zelt auf der Felsschulter zwischen Lager I und Lager II konnten alle vier gestern nach der relativ frühen Ankunft in Lager II außer den Innenschuhen alle weiteren Dinge wie Handschuhe und Daunenbekleidung trocken bekommen. Nun hoffen Sie heute im Laufe des Nachmittags frühzeitig den Platz von Lager III zu erreichen, um sich ausreichend auf die lange und anstrengende Etappe nach Lager IV vorbereiten zu können.” Um 18:00 Uhr unserer Zeit hoffe ich wieder über Funk Neuigkeiten zu erfahren (s.u.).

 

Zusammen mit Tommy waren wir gestern von Lager I ins Basislager abgestiegen. Die Einschätzung einer bestehenden Lawinen- bzw. Schneebrettgefahr ist eine sehr subjektive Angelegenheit. Neuschneemengen sind nur ein Teil der Wahrheit. Windverfrachtung, Neigung und Form des Geländes, Untergrund und Schneemengen der Tage zuvor und noch einige andere sind weitere Faktoren, die bei der Beurteilung eine bedeutende Rolle spielen. Wo es kein Lawinenbulletin gibt ist man einzig alleine auf seine eigene Einschätzung und sein über Jahrzehnte gewachsenes Bauchgefühl angewiesen. Und beides fällt bei jedem anders aus; je nach Erfahrung. Für mich hat es nicht mehr gepasst und mein Bauch sagte “Nein” – und damit war für mich die Entscheidung klar: Absteigen.

 

Für Gerlinde, Vassily, Maxut und Darek fiel die Entscheidung anders aus – und offensichtlich scheint deren Einschätzung erfolgreich zu sein. Ich wünsche es Ihnen auf jeden Fall von Herzen und freue mich über jeden Meter, den sie bei diesen extremen Bedingungen vorankommen. In großer Sorge bin ich trotzdem.

Tommy und ich erreichten gestern erst am Abend nach mehreren Spalteneinbrüchen und -stürzen (durch den vielen Neuschnee und bei sehr mangelhafter Sicht waren die Spalten so gut wie nicht zu erkennen) unser Basislager. Und dort war die Überraschung dann riesengroß: in unserer Abwesenheit waren 5 große Felsblöcke (1,2 – 2 Meter Durchmesser) in unserem Basislager eingeschlagen. Offensichtlich hatten sie sich durch die starken Niederschläge weit oberhalb des Basislagers in den dortigen Felswänden gelöst und waren wahrscheinlich in gewaltigen Sätzen in unser Basislager ge-”sprungen”. Unsere Küche hat Totalschaden – der größte der Blöcke hat die Steinküche durch die Rückseite kommend einfach flach gemacht.

     

Wie gut, dass wir unseren uigurischen Koch Abdhul gebeten hatten in den Tagen unserer Abwesenheit 700 m tiefer ins Grüne abzusteigen. Weiter möchte ich gar nicht denken. Die Zelte von Maxut und Vassiliy sind ebenfalls völlig zerstört und das Zelt von Gerlinde und mir blieb wahrscheinlich nur unversehrt, weil wir am Rande einer kleinen Mulde stehen: Ein ca. 1,5 Meter Durchmesser messender Block war einen Meter neben unserem Zelt eingeschlagen und war dann, weil er auf den oberen Muldenrand gefallen war, wieder in die Ausgangsrichtung zurückgesprungen. Wir hatten unendlich Glück nicht anwesend gewesen zu sein.

     

Während Tommy ins Chinese Basecamp abgestiegen ist, um Abdhul und die schon anwesenden Kameltreiber nach oben zu holen, bin ich hier geblieben um über Funk den Kontakt mit Gerlinde, Darek, Maxut und Vassiliy zu halten. Die nächsten beiden Tage werde ich versuchen – so es der Batteriestand von Gerlinde’s Funkgerät zulässt – wieder in Etappen vom weiteren Aufstieg zu berichten.

Drücken wir den vieren alle unsere Daumen – nach wochenlanger, wirklich harter Arbeit hätten sie es so sehr verdient, dass es dieses Mal klappt!

Mit besten Grüßen aus unserem etwas angeknabberten Basislager,

Ralf Dujmovits

P.S. Letzte Nachricht von 18:00 Uhr Ortszeit:
Gerlinde, Maxut, Vassiliy und Darek sind gut im Lager III angekommen. Im Aufstieg machte Ihnen heute zusätzlich noch starker Wind zu Schaffen, der jedoch um 17:30 Uhr deutlich nachgelassen hat. Allen geht es gut und am Nachmittag konnte die Ausrüstung komplett getrocknet werden. Als Gipfeltag kommt nun frühestens Montag in Frage.


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