Kurznewsletter K2 Expedition vom 23/07/2010

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Kurznewsletter aus dem K2 Basislager:

Um 15:30 Uhr ging die große Lawine durch das Einstiegscouloir der Cesen-Route ab – perfekt; besser geht’s nicht. Morgen wollen wir nun unseren ersten Gipfelversuch starten.

Die letzten drei Tage hatte es reichlich geschneit – alles zusammengenommen sicher 30- 40 cm Neuschnee hier im Basislager. Schon hatten wir geglaubt, dass wir das von Charly Gabl angekündigte Schönwetterfenster am 27. Juli sausen lassen müssten, da es zu gefährlich wäre durch die oben genannte Einstiegsrinne zu steigen. Und dann vor 2 Stunden der erlösende Lawinenabgang – just in time.

Seit unserer endgültigen Entscheidung macht sich eine sehr positive Anspannung breit. Wir freuen uns, dass es endlich los geht:

Morgen früh um 3:30 Uhr werden wir aufbrechen und versuchen die ersten Schneehänge vor Sonnenaufgang hinaufzuspuren. Um 9:00 Uhr sollten wir dann schon in Lager II sein können. Und wenn alles weiter gut geht würden wir gerne am 26. nachmittags auf der Schulter des K2 ankommen – hoffentlich bereit für den Gipfelaufstieg am 27. Juli.

Sobald wir zurück sind werden wir uns wieder bei Euch melden.  Bitte drückt uns fest die Daumen!

Für heute ganz liebe Grüße,

Gerlinde und Ralf


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2. Newsletter K2 Expedition 2010

14. Juli 2010

Liebe Freunde,

die letzten Tage sind für uns sehr erfreulich verlaufen. Insgesamt verbrachten wir 4 Tage in der Höhe und durften feststellen, dass unsere Akklimatisation vom Everest erstaunlicherweise noch nicht ganz verflogen war und wir deshalb relativ flott in die Höhe aufsteigen konnten.

Am 08. Juli sind wir vom Basislager auf 4950 m mit Gas und Verpflegung für 4 Tage aufgebrochen. Eigentlich hätte es schon einen Tag früher losgehen sollen, aber mein Magen-Darm-Trakt war mit dem Aufbruch noch nicht ganz einverstanden.

Bei durchgefrorener Schneedecke morgens um 5:00 Uhr standen wir bald am vertrauten Einstieg der Cesen-Route. Die Einstiegsrinne kamen wir gut voran und bald hatten wir die ersten Felsstufen erreicht. Einige Teilnehmer der polnischen Expedition hatten in Lager I auf 5900 m übernachtet und begrüßten uns freundlich. Weiter ging es immer steilere Rinnen hinauf bis wir zum 150 m langen Quergang unter ein Couloir kamen, das zum Platz von Lager II (6300 m) hinaufführt. Bei erstaunlich wenig Schneeauflage fanden wir die Fixseile der vorjährigen Expeditionen, zum Teil ergänzt von neuen Seilen der Polen. Ohne diese Seile in Anspruch genommen zu haben waren wir nach 6 ½ Stunden am Platz von Lager II. Unsere Zeltplattform hackten wir auf einem vereisten Felsband in 2-stündiger Arbeit aus 40cm dickem Eis heraus. Nachdem unser Mini-Zelt endlich ordentlich stand und verankert war, wurde es gemütlicher: Ausspannen, Schneeschmelzen und den vertrauten und lange ersehnten Ausblick auf die umliegenden Karakorum-Berge genießen.

Leider gab meine daunengefüllte Luftmatte den Geist auf und so war es mit der Gemütlichkeit schnell wieder vorbei. Eine Nacht auf eisiger Unterlage stand mir bevor.

Um  6:15 fing die Sonne an das Zeltinnere zu erwärmen doch mein Magen vergönnte uns erstmal einen langen Ruhetag in Lager II. Was akklimatisationstechnisch sowieso gut tat. So hatte Ralf auch Zeit ein verrottetes Zelt aus dem Eis heraus zu hacken und glücklicherweise fand er eine alte Isomatte, die nach eingehender Reinigung sich als gar nicht so schlecht heraus stellte. Ich lag wieder etwas besser.

Am 10. Juli in der Früh stiegen wir weiter auf – bis auf 7100m an diesem Tag. Ein sehr abwechslungsreicher Abschnitt des Aufstiegs. Die Verhältnisse am Berg sind um vieles besser als im vergangenen Jahr. Zwar hat es im Basislager reichlich Schnee, ab 6000m jedoch sehr viel weniger als 2009 oder 2007, – was für uns großen Vorteil bedeutet. Parallel zu uns war Frederik – ein Schwede – aufgestiegen. Bereits im Vorjahr hatte er versucht, orografisch rechts der Cesen Route mit Skiern abzufahren, musste die Expedition aber wegen eines Unfalles abbrechen.

Unterhalb vom Platz von Lager III fixierten wir 100 Meter Seil, es hatte heftig zu stürmen und schneien begonnen. Bei einem Felsabbruch auf  7100m schaufelten wir uns in 1 ½ Stunden eine kleine Plattform, auf der dann auch unser Zelt Platz fand.

Am nächsten Morgen warteten wir vergeblich auf die Sonne. Die typische K2-Wolkenhaube hüllte uns den ganzen Tag ein. Das zum Toilettengang gespannte Fixseil wurde an diesem Tag ziemlich von mir strapaziert, so dass Frederick und Ralf die Zeit nutzten, um 100 m höher  für den nächsten Aufstieg nach geeigneteren Biwakplätzen Ausschau zu halten. Zwei Plattformen auf 7200 m waren bald ausgeschaufelt und so war der Rest des Tages ausruhen und akklimatisieren angesagt.

In der darauffolgenden Nacht wurden wir um 3:00 Uhr von aufkommendem, starken Sturm und Schneefall geweckt. Was uns dann etwas später auch das Zusammenpacken nicht wirklich leicht und zu einer eisigen Prozedur machte. 4 Stunden später standen wir bei immer noch starkem Schneefall im Basislager. Ehsan, unser Spitzenkoch, begrüßte uns mit einem Mega Mittagessen – was uns  nicht unwillkommen war: das letzte Frühstück auf 7100 m bestand aus 2 Dinkelbutterkeksen und einem Becher Babybrei ;-) Für beide zusammen wohl gemerkt!

Seither sind wir im Basislager und haben von unserem Freund Charly Gabl in Innsbruck die letzten Wetternews bekommen.  Es soll relativ trocken bleiben und auch ein Wetterfenster in der nächsten Zeit zeichnet sich eventuell ab. Wir sind sehr gespannt und zuversichtlich, dass es dieses Mal klappen könnte. Gemeinsam dort oben am Gipfel stehen zu dürfen wäre ein wunderbares Geschenk. Wir werden uns dafür tüchtig anstrengen.

Bevor wir zu einem ersten Gipfelversuch aufbrechen werden wir uns nochmals melden.

Bis dahin aus unserem Basislager die allerbesten Grüße,

Gerlinde mit Ralf


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1. Newsletter K2 Expedition 2010

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Montag, 5. Juli 2010

1. Newsletter K2 Expedition 2010

Liebe Freunde,

das Basislager des K2 hat uns wieder. Gestern Vormittag sind wir – das sind Ralf, unser langjähriger guter Freund Andreas, sowie Angela und ich-  hier am Fuße dieses traumhaft schönen Giganten angekommen.

Nur einen Tag verbrachten wir in Islamabad. Bei  über 40 Grad + packten wir bei unserer Agentur die Luftfracht um, fuhren wie jedes Jahr zum sogenannten Briefing zum Expeditionsbeauftragten des Pakistanischen Alpenvereins und hatten sogar noch ein wenig Zeit uns im Bazar von Rawalpindi umzusehen. Zwischen Ständen mit Kochtöpfen, Bekleidung, Obst und Gemüse spazierten wir durch den Markt. Die Atmosphäre war sehr friedlich und positiv.

Mit einem Kleinbus fuhren wir in zwei Tagesetappen 850 Kilometer in den Nordosten Pakistans in die Kleinstadt Skardu. Einen Tag brauchten wir auch hier um die Gepäckstücke auf 25Kilo zu packen und letzte Einkäufe zu besorgen. Wir haben uns riesig gefreut, Ehsan unseren Koch vom vergangen Jahr wieder zu sehen, und überhaupt, vielen uns vertrauten Gesichtern zu begegnen.

Skardu zeigte sich diesmal von seiner weniger freundlichen Seite. Ein starker Sturm fegte durch das Skardu Tal, sodass die gesamte Stadt in eine Sand-Staub Wolke gehüllt wurde. Um 6.00 Uhr des nächsten Morgens stand der Jeep, der uns nach Askole bringen sollte bereit. Einen Moment lang sah ich die Bilder unseres abgestürzten Fahrzeuges vom vergangenen Jahr vor mir, die ich aber gleich wieder beiseite legte. Hoffentlich- Inshallah- werden wir dieses Mal ohne Zwischenfälle gut in Askole ankommen. Und so war es glücklicherweise auch. Die Schotterpiste befindet sich dieses Jahr in einem erstaunlich guten Zustand, zudem chauffierte uns unser Fahrer sehr behutsam bis Ortshöhe Askole auf 3050 Meter.

Angekommen wimmelte es nur so von Trägern die auf eine Arbeit hofften. Im heurigen Jahr sind in ganz Pakistan gerade Mal 25 Expeditionen unterwegs; so wenige wie selten zuvor. Spät abends stieß noch eine Freundin aus der Schweiz zu uns, sie möchte den Gasherbrum II besteigen und hatte bis zum Concordiaplatz den selben Weg. Sobald am nächsten Morgen die Lasten auf die Träger verteilt waren marschierten wir bei kühlendem Nordwind nach Jhola, unserem ersten Lagerplatz während des Anmarsches. Der nächste Tag führte uns immer entlang des Braldo Flusses nach Paju. Hier auf 3400 m genossen wir im Schatten der letzten Bäume neben unseren Zelten den Ruhetag. Die Träger erwarten diesen Rasttag bei jeder Expedition um sich noch einmal richtig zu erholen, Tschapatis für die langen Etappen auf dem Baltoro Gletscher vorzubereiten und die Nahrungsmittel neu zu verteilen.

Auf den Weiterweg nach Urdukas freute ich mich besonders. Schon von Weitem sahen wir den steil aufragenden “Nameless Tower“, die  Trangotürme und die so imposante “Kathedrale”. Direkt gegenüber dieser Felsgiganten schlugen wir unser nächstes Lager auf.

Nachts hatte es zu regnen begonnen, und am nächsten Morgen starteten wir bei vorerst sehr wenig Sicht und leichtem Niederschlag nach Goro II, wo wir eine weitere Nacht verbrachten. Über den tief verschneiten Concordiaplatz ging es weiter zum Spanish Basecamp des Broad Peak. Wirklich extrem viel Schnee hat es im heurigen Jahr: sonst waren wir hier immer auf einer geröllbedeckten Seitenmoräne unterwegs. Bei schönem Wetter könnte man vom Concordiaplatz in voller Größe den K2, Broad  Peak oder Gasherbrum IV sehen. Dieser erste Blick auf unseren Traumberg blieb uns diesmal zunächst verwehrt.

Am Nachmittag kurz vor Ankunft an unserem Lagerplatz direkt am Fuße des Broad Peak riss es plötzlich auf und die letzten 600 Höhenmeter bis zum Gipfel des K2 wurden frei. Wie angewurzelt stand ich da und konnte meinen Blick für einige Minuten nicht von ihm abwenden. Dieser Berg übt eine so unbeschreibliche Anziehung auf mich aus, einzigartig, magisch. Auf einen Schlag waren da die Erinnerungen an das vergangene Jahr,  was mich emotional für einen Moment lang völlig durcheinander warf…

Bei strahlendem Sonnenschein erreichten wir am nächsten Vormittag das K2 Basislager. Dank des vielen Schnees eine leichte Wanderung, wo sonst jede Menge Spalten zu finden sind. So hatten es unsere wirklich tüchtigen Träger auch recht eilig nach der Auszahlung Ihres Honorars und des Trinkgelds den Rückweg wieder anzutreten. Wir freuen uns sehr, wieder hier zu sein.

Auf der sonst steinigen Moräne waren die Plattformen für unsere Zelte im tiefen Schnee schnell hergerichtet. Seither haben wir die Zeit noch mit unseren Freunden Andreas und Angela verbracht, die sich aber heute Morgen leider wieder von uns verabschieden mussten.

Ralf und ich werden in den nächsten Tagen zu einer ersten Akklimatisation an der Cesen Route aufbrechen. Wir sind beide schon sehr gespannt, was uns diesmal erwarten wird. Neben uns ist noch eine polnische Mannschaft, sowie ein Schwede mit seinem amerikanischen Freund an der selben Route unterwegs.

Für Heute verabschieden wir uns bei euch und melden uns wieder nach der Rückkehr unseres ersten Aufstiegs.

Einen ganz herzlichen Gruß aus dem Karakorum und vielen Dank für euer Interesse!

Gerlinde mit Ralf


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K2 Expedition 2010 – update

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Montag, 28. Juni 2010

Liebe Freunde,

Gerlinde hat sich heute telefonisch aus Paju gemeldet. Es war nur ein kurzer Anruf, weil der Strom im Moment leider knapp ist. Bisher ist der Anmarsch nach Plan verlaufen und nach der Jeepetappe von Skardu nach Askole ging es samt Trägermannschaft zu Fuß weiter.  Nach einem Ruhetag werden sie morgen den Baltoro Gletscher betreten um dann in voraussichtlich 4 Tagen das K2 Basislager zu erreichen. Spätestens von dort aus wird sich Gerlinde dann wieder persönlich bei uns melden!


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