30. März 2010

Liebe Freunde,

Gerlinde und Ralf sind heute wie geplant in Richtung Everest aufgebrochen. Gerlinde wird sich in den nächsten Tagen von Kathmandu aus wieder melden.

Wer die beiden Sendungen verpasst hat, kann sich auf ZDF “Mona Lisa” und SWR „Kaffee oder Tee“ zwei TV Beiträge kurz vor ihrer Abreise anschauen.

Herzliche Grüße,
das Büro von Gerlinde Kaltenbrunner


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13. März 2010

Liebe Freunde,

in zwei Wochen werden Ralf und ich zu unserer nächsten Expedition aufbrechen. Diesmal möchten wir versuchen, durch die Everest Nordwand zu steigen. Im unteren Teil durch das Japanercouloir und im oberen Teil durch das Hornbeincouloir.

Die Verbindung dieser beiden Couloirs in der Nordwand des Mt. Everest ergibt eine der direktesten Aufstiegslinien an einem der 14 Achttausender. Das Japaner Couloir im unteren Teil der Nordwand wurde erstmals 1980 durchstiegen; das Hornbein Couloir, der obere Teil der Nordwand, im Rahmen der ersten Gipfelüberschreitung des Berges 1963 durch. Die letzte erfolgreiche Begehung des 3000 m hohen Supercouloirs (übrigens nur 7 Durchsteigungen) gelang am 15/05/1991 dem Schweden Lars Cronlund gemeinsam mit den Sheraps Mingma Norbu und Gyalbu – alle drei mit künstlichem Sauerstoff, genauso wie die Erstbegeher. Nur einmal bisher konnte dieser Direktaufstieg durch die Nordwand ohne künstlichen Sauerstoff begangen werden: Den Schweizer Spitzenbergsteigern Erhard Loretan und Jean Troillet gelang im Nachmonsun 1986 mit nur zwei Biwaks die Durchsteigung. Ralf und ich haben uns in den letzten Monaten sehr intensiv darauf vorbereitet, viel und gut trainiert. Nun sind wir gespannt, was uns genau erwarten wird.

Im Moment sieht die Lage in Tibet so aus, dass die Chinesen zunächst bis Ende März keine Einreisegenehmigungen vergeben. Ralf und ich werden am 30. März von Frankfurt aus starten. Sollte es aufgrund der Einreiseverzögerung notwendig sein, würden wir uns eventuell im nepalischen Everest Gebiet vorakklimatisieren, um direkt nach der Öffnung der Grenze nach Tibet einreisen zu können.

Gerade stecken wir in den letzten Vorbereitungen und freuen uns wieder sehr darauf, bald zu starten. Von unterwegs werden wir uns wieder regelmäßig bei euch melden. Das nächste Mal voraussichtlich von Kathmandu.

Für heute einen herzlichen Gruß und einen guten Start in den Frühling!

Gerlinde Kaltenbrunner


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K2 Expedition 2009 – letzter Bericht

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Liebe Freunde,

bevor ich morgen früh das Basislager verlasse, möchte ich mich noch einmal bei euch melden.

Wieder hat es nicht sollen sein mit dem Gipfel des K2. Triebschnee bis zur Brust, oberhalb vom Flaschenhals machten  ein Vorwärtskommen äußerst riskant, somit war klar, wieder umkehren zu müssen….

Am 01. August war ich erst noch zeitgleich mit den Amerikanern aufgebrochen Richtung Lager II. Ich kam gut voran und spürte vor allem, dass ich noch ausreichend Kráftreserven hatte. Nach ca. 3 Std. erreichte Fabrizzio, später dann auch seine Teamkollegen ihre Zelte.

Am nächsten Morgen brach ich um ca. 8.00 Uhr auf um auf 7200m zu gelangen. Durch den Nordwestwind waren wir an der Cesen Route gut windgeschützt. Im kleinen Zelt, dass ich mir sonst mit David teilte, hatte ich nun so viel Platz, das erwies sich als eines der wenigen positiven Dinge, wenn man alleine unterwegs ist.

Am 03.August wollte ich sehr früh aufbrechen, ich wusste, was mich erwarten würde. Hinauf auf die Schulter mit viel Spurarbeit. Ich dachte an meinem Vater, er hatte an diesem Tag Geburtstag, ein unbeschreiblich schöner Tag lag vor mir, der mir auch viel Kraft abverlangte.

Kurz unterhalb der Schulter machte ich eine ausgiebige Pause, trank einen Liter und wartete, bis es wieder aufriss. Nach eineinhalb Stunden kam Fabrizzio. Ich stieg weiter bis zur Schulter und spürte Erleichterung, als ich das Zelt von meinen kasachischen Freunden kurz sah, bevor wieder dichte Nebelfezen die Sicht verhüllten. Es hatte also geklappt, wir trafen uns wie vereinbart auf der Schulter. Ich freute mich sehr.

Dort oben ist das Gelände so flach, dass ich nur den Schnee niedertreten musste, um eine perfekte Plattform für mein Minizelt zu haben.

Ich besprach mich mit Maksut, Vasili und Serge, wir wollten um ca. 1.00 früh aufbrechen. Mein Kocher surrte auf Hochtouren, noch einmal konnte ich mit Ralf sprechen, was mir sehr gut tat.

An Schlaf war nicht zu denken, ich ging in Gedanken den bevorstehenden Tag durch, trank was ich nur runter brachte und war voller Zuversicht, dass wir es schaffen würden. Wir hatten fast Vollmond und beim Start bittere Kälte. Mit Vasili, Sergey und Maksut wechselte ich mich beim Spuren ab. Beim Flaschenhals war Mingma ein Sherpa vom koreanischen Team vorne. Er verwendete künstl. Sauerstoff und war jetzt kaum zu bremsen. Der Schnee wuchs und kurz vor der Querung brach plötzlich über uns ein kleines Stück vom Eisserac herunter. Genau das hatte ich gefürchtet. Gott sei Dank ist nichts passiert.

Oberhalb vom Flaschenhals reichte uns der Schnee bis zur Brust. Um ein paar wenige Meter vorwärts zu kommen benötigten wir eine Stunde, wir wechselten uns beim Spuren nach wenigen Metern ab, sicherten uns zusätzlich gegenseitig bis wir einsehen mussten, dass es zu gefährlich wurde. Ein wunderschöner Tag, so kurz vor dem Ziel und doch wollte es nicht sein.

Ich meldete mich bei Ralf; die Natur ist so zu akzeptieren wie sie eben ist. Wunderschön, oft unberechenbar und abweisend, das macht wahrscheinlich mitunter diese Faszination aus.

Wir gaben unser bestes, jetzt kehrten wir um. Auf der Schulter packte ich meine Sachen zusammen begann meinen Abstieg ins Basislager. Ich wusste, dass ich müde bin, umso mehr konzentrierte ich mich auf jeden Schritt, jeden Handgriff.

Ein wunderschöner Abend lag vor mir. Bewusst setzte ich mir Rastpunkte. Vom Aufstieg wusste ich, wo es Plätze gibt an denen ich mich hinsetzen konnte, dann nahm ich mir die Zeit zum Schauen. Die umliegenden Bergspitzen leuchteten in einem wunderschönen Licht, keine Menschenseele weit und breit, der Vollmond war hinter dem Broad Peak aufgegangen, eine beinahe göttliche Stimmung, ich war glücklich…..

Heute Abend werden wir hier im Basislager alle gemeinsam Abendessen. Wir sind froh, dass alle gesund runter gekommen sind. Bestimmt werde ich irgendwann zu diesem wunderschönen Berg zurückkehren.

Bevor ich mich verabschiede, möchte ich einigen Menschen besonders DANKEN

Meinem Mann Ralf, der immer für mich da war und ist, ob hier im B.C. oder später zu Hause am Telefong. Genauso meine Mitarbeiterin im Büro Kathrin Furtner.

Dr. Karl Gabl, zu dem wir Charly sagen dürfen, der rund um die Uhr für mich erreichbar war und mir immer exakt die Wetterdaten voraus sagte.

David Göttler, mein Teamkollege bis vor meinem zweiten Versuch, mit dem ich perfekt zusammen arbeitete und ein richtig gutes Team ergab.

Meinem Küchenteam, ohne die ich wahrscheinlich nicht mehr die Kraft besessen hätte, noch einen zweiten Versuch zu starten.

Euch allen vielen Dank, dass ihr mich in Gedanken unterstützt habt, für die vielen positiven Zeilen dir mir im richtigen Moment Kraft gaben.

An meine Partner und Sponsoren ein großes Dankeschön für die Unterstützung und das Vertrauen in mich.

Ich wünsche euch allen einen angenehmen, unfallfreien Sommer und sende euch sehr herzliche Grüße, noch aus dem Basislager

Eure Gerlinde Kaltenbrunner


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Ende gut, alles gut!

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4. August 2009 – 21 Uhr (MEZ)

Gerlinde ist um kurz vor 24:00 Uhr pak. Ortszeit gut im Basislager angekommen. Ihr Heimat-Team freut sich sehr, dass sie gut zurück ist. Sie wird sich morgen melden.

Beste Grüße,

Kathrin Furtner und Ralf Dujmovits


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